Immobilienpreise steigen: DIW warnt vor Crash

Immobilienpreise steigen: DIW warnt vor Crash

Wohnimmobilien in Deutschland und den Nachbarländern werden immer teurer. Während Eigentümer und Makler profitieren, warnen Experten vor dem Platzen der Immobilienblase. Der steigende Bedarf an Wohnraum für Homeoffice könnte einen möglichen Crash noch beschleunigen.

Wohnungen und Häuser zwölf Prozent teurer als im Vorjahr

Die Preise für Wohnimmobilien wie Wohnungen und Häuser stiegen in den vergangenen zwölf Monaten um zwölf Prozent. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass es sich dabei um den größten Preisanstieg seit Beginn der Messungen im Jahr 2000 handelt. Trotz Corona-Krise ist kein Ende dieses Trends in Sicht. Immobilienkäufer müssen indes auch mit steigenden Zinsen rechnen. Die wachsende Inflation hat einen Anstieg der Kapitalmarktzinsen zur Folge, was anhand der Bundesanleihen deutlich wird.

Experten des Maklernetzwerks Remax haben indes auch für den österreichischen Wohnungsmarkt Preisanstiege angekündigt. Ähnlich wie in Deutschland, werden auch in der Alpenrepublik vor allem Baugrundstücke in Einzellagen immer kostspieliger.

Immobilien in den Großstädten sind besonders begehrt

In deutschen Großstädten sind die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahr um etwa 14 Prozent angestiegen. Die acht größten Städte Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Frankfurt, Leipzig und Düsseldorf habe mit besonders hohen Anstiegen zu kämpfen. Damit einhergehend steigen auch die Kreditkosten.
Nicht nur die urbanen Regionen, auch ländliche Gebiete werden für Makler und andere Immobilieninteressenten immer begehrter. Ein- und Zweifamilienhäuser sind dabei laut aktueller Statistiken des Statistischen Bundesamts besonders beliebt, direkt gefolgt von Eigentumswohnungen. Insbesondere an der Nord- und Ostsee und im Alpenvorland steigen die Preise weiterhin.

Der Anstieg bei den Immobilienpreisen auf dem Land ist auch auf die zunehmende Umstellung auf das Homeoffice und den damit verbundenen zusätzlichen Platzbedarf zurückzuführen. Für viele Menschen ist das Leben in den Großstädten angesichts steigender Preise schlicht nicht mehr finanzierbar.

Auch die Mietpreise steigen

Die Mietpreise steigen indes ebenfalls. Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mitteilte, beläuft sich der Preisanstieg bei Mietobjekten allerdings nur auf etwa die Hälfte wie bei Kaufobjekten. Mietpreisdeckel, wie sie zuletzt in Städten wie Berlin eingeführt wurden, zeigen bislang nicht die gewünschte Wirkung. Dies führt dazu, dass die Mietpreise weiterhin steigen und die Menschen in den entsprechenden Regionen sich das Wohnen kaum noch leisten können. Ein weiterer Anstieg der Miet- und Immobilienpreise könnte einen Crash auf dem Immobilienmarkt zur Folge haben.

Experten warnen vor dem Platzen der Immobilienblase

Immer mehr Menschen investieren in Immobilien und nehmen dafür teils beträchtliche Kredite in Kauf. Laut Experten könnte es in der nahen Zukunft zu einem Platzen der Immobilienblase kommen. Die Finanzaufsicht Bafin empfiehlt Banken, zusätzliche Kapitalpuffer anzulegen. Die Kosten für Kredite könnten künftig stärker auf die Kreditkunden umgelegt werden. Wer eine Investition in Immobilien plant, ist gut damit beraten, sich auf ökologisch nachhaltige Objekte zu fokussieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Immobilienmarkt auch im Zuge der Corona-Pandemie weiterhin entwickeln wird.

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